Leitweg-ID prüfen: was ist das, Beispiel und Prüfziffer
Leitweg-ID eintippen oder einfügen: Der Prüfer zerlegt sie in ihre Teile, nennt Land oder Bund und rechnet die Prüfziffer nach. Ein Tippfehler fällt sofort auf.
Ergebnis der Prüfung
Formal gültig
Aufbau und Prüfziffer stimmen. Ob die Stelle unter dieser ID Rechnungen annimmt, sagt nur der Auftraggeber.
| Grobadressierung | 04011000 |
| Bereich | Bremen |
| Feinadressierung | 1234512345 |
| Prüfziffer | 06 |
| Richtige Prüfziffer | 06 |
Erstellt von Radif Partners · Methode · UStG, BMF-Schreiben und XRechnung 3.0.2 geprüft am 25. Oktober 2026
Die Leitweg-ID ist die Adresse einer Rechnung innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Sie wird nach der Formatspezifikation der KoSIT gebildet und besteht aus bis zu drei Teilen, getrennt durch Bindestriche: der Grobadressierung mit 2 bis 12 Ziffern, deren erste zwei das Bundesland (01 bis 16) oder mit 99 den Bund bezeichnen, einer optionalen Feinadressierung mit bis zu 30 Ziffern oder Buchstaben und einer zweistelligen Prüfziffer. Die Prüfziffer wird nach dem Verfahren ISO/IEC 7064 Modulo 97-10 aus allen Zeichen davor berechnet, Buchstaben zählen dabei als Zahlen von 10 bis 35. Ein Beispiel aus der Spezifikation lautet 04011000-1234512345-06. Ihre Leitweg-ID erfinden oder recherchieren Sie nicht: Der öffentliche Auftraggeber teilt sie mit, meist in der Bestellung oder im Vertrag. In der XRechnung gehört sie in das Feld Käuferreferenz (BT-10) und bei Rechnungen an den Bund zusätzlich als elektronische Adresse des Käufers (BT-49) mit dem Schema 0204. Der Prüfer oben bestätigt Aufbau und Prüfziffer, kann aber nicht wissen, ob die Stelle unter dieser ID tatsächlich Rechnungen annimmt.
Die drei Teile einer Leitweg-ID
| Teil | Zeichen | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Grobadressierung | 2 bis 12 Ziffern | Land (01 bis 16) oder Bund (99), dann Behörde | 04011000 |
| Feinadressierung | optional, bis 30 Ziffern oder Buchstaben | Stelle innerhalb der Behörde | 1234512345 |
| Prüfziffer | 2 Ziffern | Modulo 97-10 über alle Zeichen davor | 06 |
Die Formatspezifikation der KoSIT legt fest, dass eine Leitweg-ID höchstens 46 Zeichen lang ist. Die ersten beiden Ziffern der Grobadressierung bezeichnen den Bereich: 01 steht für Schleswig-Holstein, 04 für Bremen, 09 für Bayern, 16 für Thüringen und 99 für den Bund. Wie die Länder die übrigen Ziffern vergeben, regeln sie selbst; oft folgt eine Kennung der Kommune oder Behörde. Die Feinadressierung leitet die Rechnung innerhalb der Behörde weiter, etwa an ein Referat oder eine Kostenstelle.
So wird die Prüfziffer berechnet
Das Verfahren ist dasselbe wie bei der IBAN. Grob- und Feinadressierung werden ohne Bindestriche hintereinander geschrieben, jeder Buchstabe wird durch eine Zahl ersetzt (A = 10, B = 11 bis Z = 35), und hinten werden zwei Nullen angehängt. Von der so entstandenen langen Zahl wird der Rest bei Division durch 97 gebildet. Die Prüfziffer ist 98 minus dieser Rest, zweistellig mit führender Null. Für die kurze Leitweg-ID aus Grobadressierung 04011000 und Feinadressierung 12345 ergibt sich so 04011000-12345-03; für die erfundene Bundes-ID unserer Musterrechnung 991-12345ABCDE-16.
Probieren Sie es mit eigenen Ziffern aus. Der kleine Rechner bildet aus Grob- und Feinadressierung die vollständige Leitweg-ID mit Prüfziffer:
Vollständige Leitweg-ID
Vollständige Leitweg-ID
991-12345-73
| Prüfziffer | 73 |
| Kennzahl | Bund |
Wo die Leitweg-ID in der Rechnung steht
Nach § 5 der E-Rechnungsverordnung gehört die Leitweg-ID zu den Angaben, die eine Rechnung an den Bund neben den Pflichtangaben des Umsatzsteuerrechts enthalten muss. In der XRechnung steht sie im Feld BT-10, der Käuferreferenz; die Regel BR-DE-15 verlangt dieses Feld in jeder XRechnung. Bei der Übermittlung über Peppol und an die Plattformen des Bundes dient sie außerdem als elektronische Adresse des Käufers im Feld BT-49, mit dem Schema 0204. In der UBL-Syntax heißt das Element cbc:BuyerReference, in CII ram:BuyerReference.
Ein häufiger Fehler ist eine Leitweg-ID, die nur in der Bemerkung oder im Betreff einer E-Mail steht. Die Plattformen lesen sie aber aus dem Datenfeld. Der XRechnung-Ersteller setzt sie automatisch in beide Felder, sobald Sie als Empfänger eine Behörde wählen, und prüft die Prüfziffer, bevor er den Download freigibt.
Grenzen der Prüfung
Eine formal richtige Leitweg-ID kann trotzdem die falsche sein: Ein Zahlendreher, der zufällig wieder eine passende Prüfziffer ergibt, ist selten, aber die ID einer anderen Dienststelle besteht jede Prüfung. Ob unter einer ID tatsächlich Rechnungen angenommen werden, weiß nur der Auftraggeber. Der Prüfer fragt keine Datenbank ab und schickt Ihre Eingabe nirgendwohin. Mehr zum Rechnungsweg an Behörden lesen Sie unter E-Rechnung an den Bund; die Fragen und Antworten zur E-Rechnung des Bundes erklären die Plattformen.